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Hund, Silvester, Beruhigungsmittel

Aktualisiert am 2. Dezember 2023

So kannst du deinem Hund an Silvester ohne Beruhigungsmittel helfen 

Es ist wieder so weit: Silvester steht vor der Tür. Am liebsten würdest du deinem Hund ein Beruhigungsmittel geben. In vielen Fällen wirken auch ganzheitliche Methoden wie ein Beruhigungsmittel.

Bei der Kombination Silvester, Hund und Angst und grundsätzlich bei jeder Angst-Reaktion eines Hundes: Eine ruhige, möglichst gelassene Grundeinstellung dem Problem gegenüber ist wichtig!

Hunde sind ausgesprochen sensibel für Stimmungslagen in ihrer Umgebung. Erst recht, was die Stimmung in ihrem “Hausrudel” angeht. Wir müssen uns also wirklich zusammenreißen und dürfen uns nicht von dem Schreck oder der Panik des Hundes anstecken lassen. Das ist nicht einfach, weil wir mitfühlen. Trotzdem sollten wir uns um eine Haltung bemühen, die dem Hund signalisiert:

Es ist alles in Ordnung – ich sehe, dass du dich erschreckt hast – aber es ist okay – ich habe die Situation im Griff.

Besser ist es, dem Hund beizubringen, mit Belastungen durch Geräusche umzugehen. Wenn du in der Stadt wohnst, ist das einfacher, als auf dem Land. Der Geräuschteppich der Stadt macht den Hund etwas unempfindlicher für menschlich gemachten Lärm. Dein Hund kann eine Maus unter der Erde hören. Wie viel lauter muss ihm unsere Welt vorkommen. 

Praktische Vorbereitung auf Silvester

Für deinen Hund, vor Silvester, ohne Beruhigungsmittel

Je nach Hunde-Typ, Alter, Dauer und Innigkeit eurer Beziehung gibt es folgende Möglichkeiten der Vorbereitung:

  • bei Welpen und Junghunden mit positiver Verstärkung/Desensibilisierung arbeiten – um am besten trainiert man das vier Wochen vor Silvester. Gib’ deinem jungen Hund eine Geräuschkulisse zu hören, die mit Knalleffekten gespickt ist. Entsprechende Sound-Angebote findest du z.B. bei Amazon. Fange leise an und erhöhe ab der zweiten Woche die Lautstärke etwas bis zu ziemlich laut in der letzten Woche. Lass’ deinen Hund dabei NICHT allein. Jeden Tag eine Stunde genügt. Du kannst die Geräusche aus dem Lautsprecher einfach neben deinem Alltag, wenn du zu Hause bist, laufen lassen. Gib’ deinem Hund bei den ersten Versuchen z.B. ein Rinderohr. Das wird ihm die komischen Geräusche schmackhaft machen. Reagiert er verschreckt, ignorierst du sein Verhalten. Du tust so, als ob alles in bester Ordnung ist und völlig normal. Bis die ersten Böller auf die Straßen geworfen werden, hat sich dein Hund an die Geräuschkulisse gewöhnt.
  • Beim ersten Silvesterabend deines Hundes begleitest du das Spektakel mit Leckerlis. Dein Hund wird dich jedes Jahr erwartungsvoll ansehen, wenn die ersten Raketen und Böller in der Nachbarschaft gezündet werden. Nach dem ersten überstandenen Silvester braucht es nur noch eine kleine Belohnung als Bestärkung seiner Coolness.
  • bei erwachsenen und alten Hunden – kann man es natürlich auch mit positiver Verstärkung und Desensibilisierung probieren. Oft hilft das aber nicht, weil der Hund so verängstigt ist, dass er kein Leckerli annehmen kann und auch sonst nicht erreichbar ist. Hier kann man mit Gehörschutz sehr viel Gutes bewirken. Die Ohrenschützer müssen natürlich auch positiv eingeübt werden und das braucht ein einige Tage. Die Hunde merken in der Regel schnell, dass ihnen die erzwungene Ruhe hilft. Auch hier helfen Ruhe, Leckerlis, Selbstverständnis und Geduld am besten.
Bachblüten und/oder Homöopathie helfen

Die obigen Maßnahmen können durch Bachblüten ergänzt werden. Bachblüten und homöopathische Komplexmittel für Nervosität und Ängste gibt es in Apotheken oder im Internet. Sie sind ohne Rezept erhältlich. Beides kann auch bedenkenlos miteinander kombiniert werden. Für Tiere gibt es alkoholfreie Bachblüten-Mischungen, die normalerweise gerne genommen werden.

Bachblüten, z.B. die Rescue -Tropfen, aber auch eine individuelle Bachblüten-Mischung kann gerne bereits zwei Wochen vor Silvester täglich gegeben werden. Man träufelt einfach einige Tropfen in den Fang/auf die Innenseite der Lefzen,  2 – 3 x täglich, und/oder je nach Bedarf.

Mit einem homöopathischen Komplexmittel kann man nach Weihnachten anfangen und es dem Hund bis Silvester geben. Danach nicht mehr. Homöopathische Komplexmittel sind nicht für eine dauerhafte Einnahme über z.B. viele Wochen gedacht. Sie wirken ganzheitlich und nicht nur punktuell, wie ein Beruhigungsmittel.

Wenn dein Hund grundsätzlich viel mit Ängsten zu tun hat, gibt es homöopathische Einzelmittel, die ihm helfen können.

In der Homöopathie gibt es viele Mittel, die Ängste mit im Mittelbild haben. Hier gilt es, zwischen Auslöser/Ursache (akut) und dauerhaft vorhandenen (chronischen) Ängsten zu unterscheiden.

Silvester – der Albtraum eines Phosphor-Hundes

Wie kann ich den typischen Phosphor-Hund erkennen? Beispiel und Anteile seines Verhaltens:

Das homöopathische Mittel Phosphor kann für die Hunde hilfreich sein, die sich durch Reize in ihrer Umgebung grundsätzlich leicht “entzünden” lassen. Sie fangen, wie Phosphor an der Luft selbst, leicht “Feuer”.

Konzentrationsprobleme und innerliche Aufruhr

Dem typischen Phosphor-Hund z.B. machen häufig Konzentrationsprobleme zu schaffen. Der innere Aufruhr, in der sich der Hund von Anfang an befindet, zeigt sich in Hyperaktivität. Der Hund hopst und tanzt um einen herum, findet sich selbst scheinbar ganz und gar großartig. Anforderungen von außen, z.B. auf dem Hundeplatz, werden zwar erwidert, aber nicht so, wie der Halter sich das gedacht hat. Der Hund albert sich aus jeder Anweisung körperlich heraus. Er soll Sitz machen und einfach nur einen kleinen Moment da bleiben. Die Sitz-Übung hält genau eine Sekunde. Dann sprintet er los, weil der Nachbar ein Leckerli bekommen hat. Der Hund wird zu seinem Platz zurückgebracht, die Übung wiederholt. Na gut, dann wirft er sich eben auf den Boden und wälzt sich im Gras. Dabei beißt er in seine Beine oder schnappt nach der Leine, oder nach den Beinen von Frauchen oder Herrchen.

Wie, die finden das nicht lustig? Spielverderber! Auch häufigeres Wiederholen einer Übung hält offenbar nicht von hier bis dort, was der Hundetrainer verspricht. Und egal, womit man Junior motivierten möchte, er nimmt alles gerne. Leckerli, Lob, auch eine negative Verstärkung.

Charmante Widerspenstigkeit

Ein gezielter Leinenwurf als Unterbrechung wird ab dem dritten Mal flugs in eine Spielaufforderung umgemünzt. Das Gute ist: Mann oder Frau kann dem Phosphor-Hund nicht wirklich und schon gar nicht lange böse sein. Das hübsche Tier fängt unser Herz mit strahlenden Augen und einem wirklich charmanten Wesen ein. Er ist der Liebling (fast) aller. Seine grenzenlose Begeisterung für alles und jeden erscheint niemals fordernd, höchstens etwas aufdringlich.

Wenn man keine Lust hat, mit seinem Phosphor-Hund zu spielen, findet er im Stadtpark bestimmt ein anderes Opfer, das ihm den Ball schmeißt. Leider ist dieses Hobby kostspielig, weil er die Bälle mittendrin verliert und vergisst.

Ruhelosigkeit und Ängste

Der Phosphor-Hund lässt sich gerne abrupt in einen kurzen Tiefschlaf fallen, um danach erfrischt weiter seine Umgebung zu erkunden. Trotzdem ist tiefer Schlaf in der Nacht selten. Jedes Geräusch kann einen Phosphor-Hund erschüttern, ganz besonders Donnergrollen und Gewitter.

Der Hund kann sich von Jahr zu Jahr in eine immer größer werdende Angst vor Gewittern hineinsteigern.

Das geht so weit, dass Luftdruckveränderungen als Vorboten von Gewitter wahrgenommen und entsprechend beurteilt werden. Da wird jeder Gassi-Gang zum Albtraum für den überspannten Hund und den ratlosen Halter. Der Hund kann sich sogar weigern, überhaupt Kot oder Urin abzusetzen. Hunde halten diesen Zustand bis zu drei Tagen aus.

Hochspannung und Ableitung durch Aggressivität

Die mangelnde Abgrenzung zu Geräuschen und Geschehen in seiner Umgebung versetzt den Phosphor-Hund in Hochspannung. Phosphor-Hunde reagieren äußerst empfindlich auf Elektrizität und Gerüche. Auch für uns schöne Gerüche, wie Blumenduft oder Parfüm, können den Hund auf eine negative Weise in Aufruhr versetzen. Abhängig vom individuellen Typ und der Rasse ist es auch einem Phosphor-Hund möglich erstaunlich reizbar und aggressiv zu reagieren. Dies geschieht aber eher zur Verteidigung aus Überforderung, als aus Kontroll- oder Machtanspruch.

Doch ist man bei dem ansonsten stets freundlichen Hund überrascht, wenn er sich aus dem Blauen heraus auf einen ebenso verblüfften Artgenossen stürzt. Und bringt diese Reaktion nicht unbedingt mit der unmittelbaren Umgebung, z.B. dem Lärm und den Gerüchen einer Fußgängerzone, in Verbindung. Natürlich muss auch bei einer gepflegten Leinenaggressivität der Rest der Persönlichkeit des Hundes zu dem Arzneimittelbild Phosphor passen.

Einmalige Gabe einer Hochpotenz

Bei Hunden, auf die die oben genannten Auszüge des Mittelbildes von Phosphor zutreffen, kann eine einzelne Gabe Phosphor in Hochpotenz am 29.12. gegeben, die Ängste des Hundes positiv beeinflussen. Es kann ihn befähigen, mit den besonderen Anforderungen unserer Bräuche an Silvester besser umgehen zu können.

Chronische Ängste werden besser mit LM- bzw. Q-Potenzen behandelt.

Akut geschockte Hunde

Hunde, die durch ein einmaliges Ereignis in einen psychischen Schockzustand geraten sind, profitieren von dem Mittel Aconitum. In einem Fall war es ein Kugelblitz, der in der Nähe eingeschlagen war und den Hund in ein zitterndes Nervenbündel verwandelt hatte. Eine einmalige Gabe Aconitum C30 bewirkte eine rasche Besserung.

Aconitum, der Sturmhut, kommt generell bei Zuständen durch Folgen von Schreck infrage, wo wir panische Ruhelosigkeit und Angst, aber auch Zustände von Erstarrung vorfinden. Auch ein Hund, der eine plötzliche, heftige Unterkühlung erlitt, z.B. von einem unfreiwilligen Bad in vereisten Gewässern, profitiert von Aconitum.

Vielfältige Möglichkeiten in der Homöopathie

Von Arsenicum album über Lachesis, Argentum nitricum, Pulsatilla bis Gelsemium und Calcium phosphoricum – der Ausdruck von Angst, ihre Gründe und Auslöser sind so vielfältig, wie die Möglichkeiten in der Homöopathie, sie zu therapieren. Oft sind Hochpotenzen oder LM- bzw. Q-Potenzen erforderlich, um zum Erfolg zu kommen.

Die Behandlung chronischer Ängste…

… ist eine hohe Kunst. Eine Behandlung mit Hochpotenzen sollte durch geschulte TherapeutInnen erfolgen. Die homöopathische Therapie muss durch ein zielführendes Alltags-Training mit einer/einem entsprechend geschulten HundetrainerIn ergänzt werden, wenn es um chronische Angstzustände geht.

Eine Therapie von Auslandshunden (vom Tierschutz im Ausland eingesammelt und importiert), deren Ängste auf mangelnder Sozialisierung auf unsere Alltagssituationen beruhen, ist ausgesprochen schwierig und erfordert viel Geduld und Anpassungsfähigkeit seitens der Besitzer. Hunde lernen ein Leben lang. Aber die wichtige Phase ihrer Sozialisierung findet von der achten bis zur ca. sechzehnten Lebenswoche statt. Wenn diese Zeit in Freiheit verbracht wurde und/oder Menschen und ihre Umgebung als Bedrohung wahrgenommen wurden, lässt sich das später nur begrenzt wiedergutmachen.

Die oben genannten Ausführungen dienen als Beispiel und stellen keine Handlungsaufforderung zur Durchführung einer Therapie dar.

Trotzdem lohnt sich der Aufwand und jeder Gedanke, den man sich dazu macht. Es ist immer wieder schön, wenn es gelingt einem völlig verängstigten und/oder geschockten Hund (oder jedem anderen Tier) seine Lebensfreude wiederzugeben.

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